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Rotmilan im Ohr

Rotmilan im Ohr

Podcast des SWR2: Gefährdeter Rotmilan

Während der Horstkontrollen und weiteren Feldarbeiten haben uns diverse Presseteams begleitet (wir berichteten). Nun hat der Südwest-Rundfunk (SWR2) einen podcast veröffentlicht. Theresa Spatz hat Herrn Hans Rubinich (dpa) Rede und Antwort gestanden. Wer reinhören mag: Das knapp 5.0 Minuten lange Interview ist jetzt auf SWR2.de abzurufen.

p.s. Im Beitrag erfahren Sie bereits etwas über die diesjährigen Verluste unserer nestjung besenderten Rotmilane. Weitere Informationen folgen.

 

Großer Besuch in Hessen

Großer Besuch in Hessen

Das Winterhalbjahr verbringen nahezu alle hessischen Rotmilane in Spanien. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass sie dort auch auf ihre großen Verwandten, die Geier, treffen In Spanien gibt es vielseitige Schutzbemühungen für etwa den relativ häufigen Gänsegeier (Gyps fulvus) oder für den majestätischen aber seltenen Mönchsgeier (Aegypius monachus). An sogenannten „food bonanzas“, also mit Aas bestückten Futterplätzen werden Geier gezielt gefüttert, da in der Landschaft die natürlichen Aasressourcen z.B. von Nutzvieh oder Wildtieren immer weniger werden. Auch die überwinternden Rotmilan wissen um diese Futterplätze und besuchen und nutzen diese gerne in größerer Zahl. Egal ob in den Pyrenäen oder der Extremadura.

Nun hat sich ein offenbar wilder Mönchsgeier auf den Weg gemacht und einen Besuch in Hessen abgestattet. Diese bisher einzigartige und gut dokumentierte Beobachtung gelang nun einem Team der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON e.V.). Bilder und weitere Informationen finden sich hier: www.hgon.de

Foto: Symbolbild eines Mönchsgeiers (© S. Rösner)

Hessischer Nachwuchs

Hessischer Nachwuchs

Auf Besuch im Kinderzimmer der Rotmilane

Wir möchten in den kommenden Jahren die Bewegungsmuster sowie die Todesursachen nestjung markierter Rotmilane erforschen. Für einen nachhaltigen Schutz dieser europäischer Greifvögel und deren Populationen ist die Kenntnis um die Verlust-Ursachen zukünftiger Brutvögel essentiell. Dazu kontrollieren wir derzeit die Horststandorte unserer bereits im vergangenen Jahr besenderten Alttiere bzw. deren Reviere und versuchen alle Jungtiere ebenfalls zu besendern. So erhoffen wir uns spannende Einblicke in das Familienleben, das Ausbreitungsverhalten der Jungtiere, deren Zugwege in Relation zu ihren Eltern oder Geschwistern u.v.m.

Kommen die Jungvögel für ihre erste Brut wieder zurück in den Kreis Marburg-Biedenkopf, oder an den Vogelsberg? Oder verpaaren sie sich in der Schweiz oder Frankreich? Diese Arbeiten und Untersuchungen laufen in Kooperation mit Dr. mag. Rainer Raab und Peter Spakovszky, www.tbraab.at

Derzeit klettern wir noch täglich in den Kronenbereichen der hessischen Wälder und können daher selten über den Fortgang unserer Arbeiten berichten. Daher hier nur ein Kurzvideo und ein paar Fotoimpressionen von den Arbeiten mit den Jungvögeln. 

zum Video

 

Gefieder-Detail. © pixeldiversity

Gefieder-Detail der Jungvögel. Wie kleine Kristalle sitzen die Dunenfedern noch auf dem frischen Großgefieder. © pixeldiversity

Greta hat eine würdige Nachfolgerin

Greta hat eine würdige Nachfolgerin

Greta und Ute

Leider ist Greta nicht aus dem Winterquartier zurück gekommen. Sie wurde Opfer des Straßenverkehrs in der Nähe einer Mülldeponie in Spanien (wir berichteten).

Ute kurz vor der Freilassung.

Ute kurz vor der Freilassung.

Natürlich haben wir uns aber im Frühjahr Gretas Horst und die Situation vor Ort (Raum Schlüchtern) angeschaut. Schnell war klar, dass Gretas Männchen offensichtlich eine neue Partnerin gefunden hat und die beiden im vorjährigen Horst zur Brut schreiten wollten. Bei der Kontrolle zum Bruterfolg konnten wir vor zwei Tagen zwei Jungtiere im Horst sehen. Faszinierend war die Beobachtung durch das Teleobjektiv, als das deutlich ältere Jungtier von einem größeren Fleischstück kleinste Stücke abzupfte und an das jüngere Geschwisterlichen verfütterte. Sehr rührende Beobachtung. Unseres Wissen wurde so etwas zumindest noch nicht oft beobachtet.

Da wir ein festes Versuchsdesign für die Auswertung der Bewegungsdaten haben, haben wir uns im Team dazu entschlossen, einen Fangversuch an Gretas Horst anzugehen. Wieder einen besenderten Altvogel in diesem Revier zu haben, wäre wertvoll für das Projekt.

Mausernder unter dem Horst. Wichtiges Material für unsere DNA-Analysen.

Mauserfeder unter dem Horst. Wichtiges Material für unsere DNA-Analysen.

Heute haben wir den Versuch gestartet und tatsächlich Gretas Nachfolgerin gefangen und mit einem neuen Sender ausgestattet, vermessen (1090g), beringt und wieder frei gelassen. Nach Theo war nunmehr dann das „U“ für Ute maßgeblich zur „Taufe“. Allzeit guten Flug, Ute. Und: Danke!