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Feldarbeit und Team

Feldarbeit und Team

Seit März sind die adulten Rotmilane zurück in Hessen. Die Bewegungsdaten zeigen dabei auf beeindruckende Art, wie zielstrebig die Tiere über große Strecken ihr vorjähriges Brutrevier an-navigieren. Teils in gerader Linie (bei 5 Minuten-Taktungen der Sender) bis zum Horstbaum.

Spektiv mit bis zu 60facher Vergrößerung ist dringend geboten, wenn man Dutzende Quadratkilometer über Stunden beobachten will. © S. Rösner

In den kommenden Wochen werden wir weitere Milane besendern. Aktuell sind Master- und Bachelorstudierende aber bereits sehr fleißig im Gelände unterwegs und beschäftigen sich mit den Raumnutzungen unserer Rotmilane. Wir begrüßen u.a. Katrin und Lena (MSc-Stiudierende) neu im Team! Die Bewegungsmuster werden – wie bei den Erfassungen im Rahmen von Gutachten zu geplanten Windkraftgutachten – akribischst kartografiert. Dabei werden wiederholt über die gesamte Brutsaison in den (derzeit 10) Untersuchungsräumen für jeweils drei Stunden von exponierten Standorten alle Greifvögel (mit Fokus auf Rotmilanen) erfasst und minutengenau deren Bewegungen erfasst und in geographischen Informationssystemen digitalisiert. Auch Schwarzstörche oder Rohrweihen sind zu beobachten. Nun stellt sich die Frage, ob die Studierenden auch „ordentlich arbeiten“! Wir werden das kontrolliere :-). Denn die besenderten Tiere fliegen ja um die BeobachterInnen umher und senden der Rotmilanzentrale in Marburg die GPS-genauen Daten … wir sind gespannt! Und ja, die drei neuen im Team wissen natürlich bescheid und haben ihre Einverständnis gegeben, dass die Milane sie „kontrollieren“ 🙂

Aktuell werden die Horste wiederholt kontrolliert sowie weitere erfasst, um schon die ersten Eindrücke oder Idee der diesjährigen Brutsaison zu erhalten. Leider berichten Kollegen aus anderen Regionen (u.a. A. Aebischer aus der Schweiz), dass durch die Kältephase wohl einige Bruten aufgegeben wurden. Wir versuchen – sofern die Arbeitszeit uns dazu Luft lässt – euch zu berichten, was in den hessischen Wäldern und Feldrainen so vor sich geht in Sachen „Rotmilane unterwegs“.

Vielen Dank an die Facebook-, Blog- und E-Mail-Freunde, die uns immer wieder kontaktieren und mit spannenden Beobachtungen (etwa besenderter oder markierter Tiere) versorgen. Sehr erfreut waren wir nach einem Hinweis, dass der nächste Blogeintrag schon etwas überfällig sei und „erwartet“ wird 🙂 Grüße in die Rhön und nach Südhessen!

Euer / Ihr Rotmilan-Team

Alle Altvögel zurück in Hessen !

Alle Altvögel zurück in Hessen !

Wir schreiben die erste März-Dekade im Jahr 2019. Während des Frühlingszugs (Heimzug 2019) haben wir kontinuierlich die Positionen und Bewegungen der in Hessen telemetrierten Rotmilane verfolgt. Im Februar hatten die ersten Vögel ihre winterlichen Quartiere verlassen und hatten sich zielstrebig aufgemacht. Das Ganze ist eine recht aufwendige und vor allem aufreibende Arbeit. Muss man doch immer bangen, dass den Tieren etwas zustößt. Sollten die techn. Daten der Sender auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, so muss man kurzfristig die international agierenden Kolleginnen und Kollegen etwa in Spanien oder Frankreich kontaktieren und um Hilfe bitten. So müssen wir leider demnächst über weitere Verluste (z.B. vermuteter Stromleitungsanfllug) berichten. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an BirdLife International in Spanien (SEO / birdlife, www.seo.org, Javier de la Puente, u.a.) sowie Frankreich (LPO, birdlife, Fabienne David, u.a. www.lpo.fr).

Überwinterungsgebiete und Zugwege adulter telemetrierter Rotmilane (Brutvögel) aus Hessen im Frühjahr 2019. Am 10. März waren alle Tiere wieder in ihren Brutrevieren zu verorten.  © www.rotmilane.de, OpenStreetMaps, Sou.slik Art.
Überwinterungsgebiete und Zugwege adulter telemetrierter Rotmilane (Brutvögel) aus Hessen im Frühjahr 2019. Am 10. März waren alle Tiere wieder in ihren Brutrevieren zu verorten. © www.rotmilane.de, OpenStreetMaps, Sou.slik Art.

Aktueller Status: In der beistehenden Karte sieht man schematisch die winterlichen Einstandsgebiete der adulten Rotmilane in Spanien, Portugal und in Frankreich. Letztere liegen unweit der Zugroute. Angang März waren alle adulten Tiere wieder in den letztjährigen Brutrevieren zu verorten. Zwei Tiere haben die Brutplätze über einen Umweg angeflogen. Die übrigen Tiere sehr zielstrebig. Die mit Sender versehen immaturen Tiere (Nachwuchs unserer besenderten Alttiere) treiben sich noch in irgendwo Deutschland oder noch in Spanien und Portugal herum. Bleibt zu erfahren, wo sie sich ansiedeln, wenn sie im Alter von etwa der Jahren geschlechtsreif werden. Bis dahin können wir die Bewegungen in ihrem Junggesellen-Leben etwas beleuchten.

Derweil starten wir mit den Kontrollen der Brutplätze und der Dokumentation der Situationen vor Ort. Wir hoffen auf eine normale Brutsaison der Rotmilane.

Piotrek und Selma schon zu Hause!

Piotrek und Selma schon zu Hause!

Sie haben uns in den vergangenen Tagen vermehrt (auch aus Hessen) die Beobachtung von Rotmilanen gemeldet. Haben Sie vielen Dank dafür. Für derart breit gefecherte Informationen und tagesgenaue Daten empfehlen Ihnen wir die Internet-Plattform www.ornitho.de! Dort können Sie Ihre Daten einpflegen; punktgenau auf den Karten verorten und helfen somit deutschlandweiten Analysen z.B. zum Zuggeschehen (Phänologie) der Milane … oder allen anderen Vogelarten.

Auch wir sind begeistert bei jeder Sichtung der Roten im zeitigen Frühjahr. Umso spannender wird das jedoch, wenn man einzelne Individuen quasi auf der Zugstrecke verfolgen kann. Wir haben die Möglichkeit dazu und möchten Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.

Rotmilan Piotrek fliegt zielsicher auf das „Tor des Mittelrheintales“ bei Bingen und Rüdesheim zu, steigt dann oberhalb des Klosters Ebersbach auf ca. 600m in den Taunus, um dann gezielt bei Taunusstein seinen letztjährigen Horst zu erreichen. Dort dreht er nun seit Tagen seine Runden und sucht vermutlich sein Weibchen.

Aktuell sind einige der telemtrierten Tiere noch in ihren winterlichen Aktionsräumen unterwegs. Meist halten sie sich recht kleinräumig über Monate hinweg dort auf. Letztere erkennen Sie an den Punktwolken auf einem Fleck in den beistehenden Karten.

In der vergangenen Woche sind aber viele Tiere losgezogen, haben gar die Pyrenäen schon überquert oder sind – wie Selma und Piotrek – schon in ihren Brutrevieren angekommen. Absolut faszinierend ist es zu sehen, wie zielstrebig die Milane dabei den Waldrand X und sogar den Horstbaum Y aus dem Vorjahr anfliegen. Einige der nestjung besenderten Tiere sind auch bereits gestartet. Wir sind gespannt, wo diese hinziehen … wir werden berichten.

Einzelne Rotmilane (Milvus milvus) scheinen noch keinen Zugtrieb zu verspüren. Sie halten sich sehr kleinräumig auf (jede Fareb ist ein Individuum); andere hingegen sind schnurstraks gestartet, durch die Pyrenäen geflogen und bereits in Frankreich ... (Karte: S. Rösner & OSM)
Einzelne Rotmilane (Milvus milvus) scheinen noch keinen Zugtrieb zu verspüren. Sie halten sich sehr kleinräumig auf (jede Farbe ist ein Individuum); andere hingegen sind schnurstracks gestartet, durch die Pyrenäen geflogen und bereits in Frankreich … (Karte: S. Rösner & OSM)

Leider gab es auf dem Herbstzug in 2018 und auch kürzlich Verluste unter den Milanen. Dazu werden wir später (auch wenn die Untersuchungen der KollegInnen vor Ort abgeschlossen sind) berichten müssen. Leider werden wir viele Jungtiere aus 2018 oder auch altbekannte Altvögel dieses Jahr nicht mehr in Hessen begrüßen können.

Wir wünschen allen Rotmilanen einen guten Flug!

Ihr Rotmilan-Team

Auf dem Heimweg: Frühlingszug

Auf dem Heimweg: Frühlingszug

Wir haben uns lange nicht zu Wort gemeldet. Nunmehr ist der Winter schon sehr weit voran geschritten. Wir haben viel zu berichten und hoffen, die zahlreichen Informationen zum Projekt sowie den einzelnen Vögeln für Sie noch aufbereiten zu können.

Wir hatten im Sommer 13 hessische Jungvögel der von uns bereits markiereten Rotmilane beringt und auch besendert. Nunmehr befinden sich die Roten seit einigen Monaten in ihren Überwinterungsgebieten Franklreichs, Spaniens oder Portugals. Leider haben nicht alle hessischen Rotmilane ihre Reise bzw. die Überwinterung überlebt …

Olga, Piotrek und der Jungvogel Ornitela 72 bewegen sich jedoch bereits seit wenigen Tagen Richtung Heimat. Anbei findet sich eine Karte zur Demonstration der Zugwege. Piotrek und Olga hatten den Winter im südlichen Frankreich verbracht und waren erst gar nicht über die Pyrenäen gezogen. Der Jungvogel war hingegen mit drei weiteren hessischen Jungtieren in einem kleinen Gebiet am Fuße der spanischen Pyerenäen in seinem Winter-Einstandsgebiet bei Lleida und hat nun den Weg zur Heimreise erstmals in seinem Leben angetreten. Mal schauen, ob er über den Sommer nach Hessen kommt. Geschlechtsreif wird er vermutlich noch nicht sein; zumindest erwarten wir keine Brut.

Wir beobachten – wie immer – die Tiere und ihre Bewegungen dank der Sendertechnologie etwa alle zwei Tage. Wir werden berichten …

Arbeitsgruppe Greifvögel & Eulen der HGON e.V.

Arbeitsgruppe Greifvögel & Eulen der HGON e.V.

Die HGON e.V. (www.hgon.de) hat zum 08.12.2018 ein hessenweites Treffen der Eulen- und Greifvogelexpert/innen eingeladen. Wir dürfen unser Projekt vorstellen und gemeinsam mit dem Rotmilanexperten Christian Gelpke vom internationalen Workshop in Spanien berichten. Weitere spannende Vorträge zur Situation der Zwergohreule (Stefan Stübing), Uhus im NSG Kühkopf (Natascha Schütz, Thomas Langenberg) oder etwa des Wespenbussards (Christian Gelpke) stehen auf der Tagesordnung.

Wir sind gespannt, was die #HGON für den ausgeweiteten Schutz unserer Greife plant!