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Piotrek und Selma schon zu Hause!

Piotrek und Selma schon zu Hause!

Sie haben uns in den vergangenen Tagen vermehrt (auch aus Hessen) die Beobachtung von Rotmilanen gemeldet. Haben Sie vielen Dank dafür. Für derart breit gefecherte Informationen und tagesgenaue Daten empfehlen Ihnen wir die Internet-Plattform www.ornitho.de! Dort können Sie Ihre Daten einpflegen; punktgenau auf den Karten verorten und helfen somit deutschlandweiten Analysen z.B. zum Zuggeschehen (Phänologie) der Milane … oder allen anderen Vogelarten.

Auch wir sind begeistert bei jeder Sichtung der Roten im zeitigen Frühjahr. Umso spannender wird das jedoch, wenn man einzelne Individuen quasi auf der Zugstrecke verfolgen kann. Wir haben die Möglichkeit dazu und möchten Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.

Rotmilan Piotrek fliegt zielsicher auf das „Tor des Mittelrheintales“ bei Bingen und Rüdesheim zu, steigt dann oberhalb des Klosters Ebersbach auf ca. 600m in den Taunus, um dann gezielt bei Taunusstein seinen letztjährigen Horst zu erreichen. Dort dreht er nun seit Tagen seine Runden und sucht vermutlich sein Weibchen.

Aktuell sind einige der telemtrierten Tiere noch in ihren winterlichen Aktionsräumen unterwegs. Meist halten sie sich recht kleinräumig über Monate hinweg dort auf. Letztere erkennen Sie an den Punktwolken auf einem Fleck in den beistehenden Karten.

In der vergangenen Woche sind aber viele Tiere losgezogen, haben gar die Pyrenäen schon überquert oder sind – wie Selma und Piotrek – schon in ihren Brutrevieren angekommen. Absolut faszinierend ist es zu sehen, wie zielstrebig die Milane dabei den Waldrand X und sogar den Horstbaum Y aus dem Vorjahr anfliegen. Einige der nestjung besenderten Tiere sind auch bereits gestartet. Wir sind gespannt, wo diese hinziehen … wir werden berichten.

Einzelne Rotmilane (Milvus milvus) scheinen noch keinen Zugtrieb zu verspüren. Sie halten sich sehr kleinräumig auf (jede Fareb ist ein Individuum); andere hingegen sind schnurstraks gestartet, durch die Pyrenäen geflogen und bereits in Frankreich ... (Karte: S. Rösner & OSM)
Einzelne Rotmilane (Milvus milvus) scheinen noch keinen Zugtrieb zu verspüren. Sie halten sich sehr kleinräumig auf (jede Farbe ist ein Individuum); andere hingegen sind schnurstracks gestartet, durch die Pyrenäen geflogen und bereits in Frankreich … (Karte: S. Rösner & OSM)

Leider gab es auf dem Herbstzug in 2018 und auch kürzlich Verluste unter den Milanen. Dazu werden wir später (auch wenn die Untersuchungen der KollegInnen vor Ort abgeschlossen sind) berichten müssen. Leider werden wir viele Jungtiere aus 2018 oder auch altbekannte Altvögel dieses Jahr nicht mehr in Hessen begrüßen können.

Wir wünschen allen Rotmilanen einen guten Flug!

Ihr Rotmilan-Team

Auf dem Heimweg: Frühlingszug

Auf dem Heimweg: Frühlingszug

Wir haben uns lange nicht zu Wort gemeldet. Nunmehr ist der Winter schon sehr weit voran geschritten. Wir haben viel zu berichten und hoffen, die zahlreichen Informationen zum Projekt sowie den einzelnen Vögeln für Sie noch aufbereiten zu können.

Wir hatten im Sommer 13 hessische Jungvögel der von uns bereits markiereten Rotmilane beringt und auch besendert. Nunmehr befinden sich die Roten seit einigen Monaten in ihren Überwinterungsgebieten Franklreichs, Spaniens oder Portugals. Leider haben nicht alle hessischen Rotmilane ihre Reise bzw. die Überwinterung überlebt …

Olga, Piotrek und der Jungvogel Ornitela 72 bewegen sich jedoch bereits seit wenigen Tagen Richtung Heimat. Anbei findet sich eine Karte zur Demonstration der Zugwege. Piotrek und Olga hatten den Winter im südlichen Frankreich verbracht und waren erst gar nicht über die Pyrenäen gezogen. Der Jungvogel war hingegen mit drei weiteren hessischen Jungtieren in einem kleinen Gebiet am Fuße der spanischen Pyerenäen in seinem Winter-Einstandsgebiet bei Lleida und hat nun den Weg zur Heimreise erstmals in seinem Leben angetreten. Mal schauen, ob er über den Sommer nach Hessen kommt. Geschlechtsreif wird er vermutlich noch nicht sein; zumindest erwarten wir keine Brut.

Wir beobachten – wie immer – die Tiere und ihre Bewegungen dank der Sendertechnologie etwa alle zwei Tage. Wir werden berichten …

Arbeitsgruppe Greifvögel & Eulen der HGON e.V.

Arbeitsgruppe Greifvögel & Eulen der HGON e.V.

Die HGON e.V. (www.hgon.de) hat zum 08.12.2018 ein hessenweites Treffen der Eulen- und Greifvogelexpert/innen eingeladen. Wir dürfen unser Projekt vorstellen und gemeinsam mit dem Rotmilanexperten Christian Gelpke vom internationalen Workshop in Spanien berichten. Weitere spannende Vorträge zur Situation der Zwergohreule (Stefan Stübing), Uhus im NSG Kühkopf (Natascha Schütz, Thomas Langenberg) oder etwa des Wespenbussards (Christian Gelpke) stehen auf der Tagesordnung.

Wir sind gespannt, was die #HGON für den ausgeweiteten Schutz unserer Greife plant!

Unterwegs…

Unterwegs…

Während die Graukraniche (Grus grus) erst so langsam ihre Flugformationen über Hessen zeigen, sind die Rotmilane schon länger unterwegs und auch auch bereits in Spanien eingetroffen. Einzelne Jungvögel waren ganz früh mit dabei. Elf weitere Vögel fliegen derzeit über Frankreich in Richtung Südwest und halten auf die Pyrenäen zu. Lediglich Selma und Agathe können sich bei dem traumhaften Altweibersommer in Hessen noch nicht lösen und sind noch stationär.

Beistehende Karte vermittelt einen kleinen Überblick zur aktuellen Situation. Wir wünschen allen einen guten Flug, sichere Winterhabitate und gute Schlafgesellschaften in Spanien. Vielleicht sieht man sich Anfang März bei einer Exkursion mit Rotmilanexperten aus ganz Europa? Wir sind gespannt.

Das Rotmilan-Team aus Marburg

Herbstzug der Rotmilane, Stand 14.10.2018

Herbstzug der Rotmilane, Stand 14.10.2018

Der Herbstzug hat begonnen…

Der Herbstzug hat begonnen…

Wir alle merken es: die heißen Sommertage sind vorbei – der Herbst ist da. Unsere Rotmilane scheinen daher langsam kalte Füße zu bekommen. Die Ersten haben sich in den letzten Tagen auf den Weg gen Süden gemacht.

Unsere Olga startete aus dem Taunus bereits am 17.9., gut zwei Wochen früher als im letzten Jahr. Sie ist inzwischen in Frankreich, noch etwas nord-östlich von Dijon. Mal sehen, ob sie auch in diesem Jahr den Weg über die Pyrenäen scheut und den Winter im Südwesten Frankreichs verbringt.

Als zweites hat unser Friedolin aus dem Schwalm-Eder-Kreis am 21.9. die Reise angetreten. Er war auch im letzten Jahr einer der ersten von uns besenderten Milane, der den Weg gen Süden antrat. Seine letzten Positionen sendete er aus dem Hunsrück.

Seit gestern sind nun auch Ida, Nele und Theo unterwegs. Sie alle gehörten auch im letzten Jahr zu den Tieren, die früher als die übrigen, noch im September starteten.

Doch nicht nur unsere besenderten Alttiere sind auf Reisen, auch die meisten unserer Jungtiere zeigen deutliche Tendenzen Richtung möglicher Überwinterungsgebiete; allen voran unser Vollgut. Er/Sie flog bereits über den ganzen Spätsommer, unterbrochen von etlichen Zwischenstopps in verschiedenen Regionen, Richtung Südwesten. Am letzten Wochenende hat er/sie bereits die Pyrenäenetappe hinter sich gebracht und hält sich nun in Spanien, südöstlich von Bilbao auf. Auch sein Nestgeschwisterchen Very ist bereits unterwegs, jedoch erst kurz hinter der Deutsch-Französischen Grenze. Weiter ist da schon unser/e Edi, der/die sich aktuell etwa 100km westlich von Dijon rumtreibt.

Einen ganz anderen Weg scheint hingegen unser Bambini zu nehmen. Er/sie hält sich aktuell in der Schweiz, etwa 20km nordöstlich von Bern, auf. Die schweizer Kollegen berichten immer wieder, dass bei ihnen mittlerweile viele Rotmilane auch den Winter verbringen. Ob unser Bambini es sich hier auch bequem machen möchte, wissen wir natürlich nicht.

Damit bleibt unser besendertes Jungtier Urmel derzeit als einziges in Deutschland zurück. Er/sie hält sich aktuell im Raum Eisenach auf, wohin er/sie sich kurz nach dem Ausfliegen aus dem Horst begeben hatte.

Wir wünschen allen einen guten Flug und hoffen sie im nächsten Jahr wieder  hier in Hessen begrüßen zu dürfen.

 

Großer Besuch in Hessen

Großer Besuch in Hessen

Das Winterhalbjahr verbringen nahezu alle hessischen Rotmilane in Spanien. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass sie dort auch auf ihre großen Verwandten, die Geier, treffen In Spanien gibt es vielseitige Schutzbemühungen für etwa den relativ häufigen Gänsegeier (Gyps fulvus) oder für den majestätischen aber seltenen Mönchsgeier (Aegypius monachus). An sogenannten „food bonanzas“, also mit Aas bestückten Futterplätzen werden Geier gezielt gefüttert, da in der Landschaft die natürlichen Aasressourcen z.B. von Nutzvieh oder Wildtieren immer weniger werden. Auch die überwinternden Rotmilan wissen um diese Futterplätze und besuchen und nutzen diese gerne in größerer Zahl. Egal ob in den Pyrenäen oder der Extremadura.

Nun hat sich ein offenbar wilder Mönchsgeier auf den Weg gemacht und einen Besuch in Hessen abgestattet. Diese bisher einzigartige und gut dokumentierte Beobachtung gelang nun einem Team der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON e.V.). Bilder und weitere Informationen finden sich hier: www.hgon.de

Foto: Symbolbild eines Mönchsgeiers (© S. Rösner)