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Da waren’s nur noch fünf.

Unsere Milane haben das schöne Wetter der letzten Tage genutzt um sich auf den Weg in Richtung Süden zu machen. Aktuell befinden sich nur noch fünf unserer besenderten Milane in Hessen. Agathe, Conny, Emil und Selma sind noch immer in ihren Brutrevieren. Laia hat schon deutliche Tendenzen Richtung Südwesten gezeigt, scheint jedoch noch etwas unentschlossen. Sie hält sich derzeit etwa 20km südwestlich ihres Bruthabitates auf.

Während Friedolin, Ida, Theo, Mia, Nele und Greta bereits in Spanien sind, steht Olga und Hannibal nun die Überquerung der Pyrenäen bevor. Alle anderen reihen sich perlschnurartig über ganz Frankreich. Aber sehen Sie doch selbst. Auf unserer regelmäßig aktualisierten Karte können die Zugwege mitverfolgt werden.

Friedolin erreicht die Extremadura; Karl startet.

Unser Vorreiter Friedolin hat die nördliche Extremadura erreicht. Diese Region in Spanien ist aufgrund ihres Artenreichtums und der hohen Greifvogeldichte bei Ornithologen international sehr beliebt. Für die Rotmilane ist die spanische Extremadura, die sich an der Grenze zu Portugal befindet, eines der Hauptüberwinterungsgebiete. Es ist daher anzunehmen, dass Friedolin zumindest fast am Ende seiner Reise angekommen ist und sein Winterdomizil beinahe erreicht hat.

Mia hingegen, die nur wenig später als Friedolin gestartet ist, befindet sich noch auf der französischen Seite der Pyrenäen. Ähnlich wie Friedolin streift sie nun schon seit einigen Tagen dort umher und tankt wohl noch einmal Kraft für die anstrengende Etappe über die Berggipfel. Gesellschaft hat sie dort mittlerweile von Theo und Nele bekommen. Wer sich wohl als nächstes wagt die Bergkette zu überwinden?

Unterdessen scheint sich nun auch unser Karl auf den Weg zu machen. Heute Morgen hat er sein Bruthabitat im Landkreis Fulda in süd-westliche Richtung verlassen und sich vor etwa 90 Minuten zuletzt aus dem Vogelsberg gemeldet.

Auch Nele macht sich auf die Reise…

Drei unserer Zugvögel sind bereits in Frankreich angekommen.

 

Gestern hat auch unsere Nele ihr Bruthabitat im südlichen Vogelsbergkreis verlassen. Gegen 13 Uhr startete sie in südwestliche Richtung und verbrachte die Nacht etwa 50 Kilometer westlich von Worms. Heute morgen hat sie ihren Weg fortgesetzt und zwischenzeitlich bereits Frankreich erreicht.

Aufgrund von Serverarbeiten konnte die Datenübertagung einiger Sender heute leider nicht stattfinden. Daher können wir über Mias Weiterreise heute leider nicht berichten. Aber Friedolin ist indes weitere 200 Kilometer geflogen und übernachtete südlich von Dijon.

 

Der Winterzug beginnt!

 

Friedolin hat sich auf den Weg gemacht!

 

Schon seit einigen Tagen hat Friedolin nicht mehr „zu Hause“ im Hochknüll, sondern etwa 15 km weiter süd-westlich an einem bekannten Schlafplatz übernachtet. Gestern hat er sich dann endgültig auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Mit durchschnittlich 40 km/h ist er gestern 160 Kilometer weit geflogen. Übernachtet hat er in etwa auf Höhe von Worms, von wo aus er heute morgen weiter in südliche Richtung gestartet ist.

Friedolin hat sich als erster in Richung Süden aufgemacht. Nach insgesamt rund 160 Kilometern schlief er letzte Nacht westlich von Worms. Von dort aus startete er heute Morgen weiter in südlichere Gefilde. (Karte: QGIS, Google maps, pixeldiversity GmbH)

Friedolin hat sich als erster in Richung Süden aufgemacht. Nach insgesamt rund 160 Kilometern schlief er letzte Nacht westlich von Worms. Von dort aus startete er heute Morgen weiter in südlichere Gefilde. (Karte: QGIS, Google maps, pixeldiversity GmbH)

Und auch Mia zeigt seit heute morgen die ersten Bewegungen in südlichere Gefilde. Die zwischen Gießen und Marburg beheimatete Rotmilan-Dame schickte uns vor etwa einer Stunde ihre letzte Position aus der Ecke Bad Camberg / Idstein.

Wir wünschen unseren gefiederten Kollegen einen guten Flug und hoffen sie im Frühjahr wohlbehalten wiederzusehen!

Das Team von www.rotmilane.de

Traurige Bilanz

Traurige Bilanz

Tote Jungtiere an sechs von zwanzig Horsten.

In den letzten Wochen haben wir alle unsere besenderten Rotmilane noch einmal an ihren Horsten besucht. Für eine Master-Abschlussarbeit haben wir nach den Jungtieren gesehen und verschiedene Parameter erfasst, um die Bruthabitate unserer Milane zu charakterisieren und deren Qualität zu bestimmen. Dabei fanden wir an sechs der zwanzig Horste tote Jungtiere. Meist waren die Kiele der Federreste abgebissen und auf mehrere Rupfplätze verteilt. Dies lässt darauf schließen, dass die jungen Milane von Säugetieren, wie z.B. Waschbären (Procyon lotor), Füchsen (Vulpes vulpes) oder Mardern (Mustelidae sp.) verspeist wurden. Fraglich bleibt jedoch, ob diese natürlichen Fressfeide auch die eigentliche Todesursache waren. Auch ein missglückter Angriff eines Habichts (Accipiter gentilis) oder Uhus (Bubo bubo), der im Anschuss seine Beute verlor wäre denkbar. Möglich wäre aber auch eine Unterversorgung des Jungtiers, so dass dieses noch im Nest starb. Tote Jungtiere werden von den Elterntieren dann aus dem Nest entfernt. Im Fall von Agathes Jungtier können wir den Tod des Jungtiers anhand von Fotos auf eine Flügelfehlstellung, also den Gesundheitszustand des Jungtieres, zurückführen.

 

 

Ganz gleich welcher Grund zum Tod der Jungtiere geführt hat, es bleibt eine traurige Bilanz. An mindestens zwei Horsten ist anzunehmen, dass die gesamte Brut (ein bzw. drei Jungtiere) verloren ging. Und dies trotz zum Teil getroffener Schutzmaßnahmen. So ist am Horstbaum unserer Rapida eine Plastikmanschette angebracht, die insbesondere Waschbären daran hindern soll zum Horst hochklettern und diesen ausrauben zu können. Schutzmaßnahmen dieser Art werden immer häufiger vor allem durch lokale Naturschutzorganisationen durchgeführt.

 

Eine solche Plastikmanschette soll verhindern, dass kletternde Räuber, wie z.B. Waschbären zum Horst gelangen.