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Unterwegs…

Unterwegs…

Während die Graukraniche (Grus grus) erst so langsam ihre Flugformationen über Hessen zeigen, sind die Rotmilane schon länger unterwegs und auch auch bereits in Spanien eingetroffen. Einzelne Jungvögel waren ganz früh mit dabei. Elf weitere Vögel fliegen derzeit über Frankreich in Richtung Südwest und halten auf die Pyrenäen zu. Lediglich Selma und Agathe können sich bei dem traumhaften Altweibersommer in Hessen noch nicht lösen und sind noch stationär.

Beistehende Karte vermittelt einen kleinen Überblick zur aktuellen Situation. Wir wünschen allen einen guten Flug, sichere Winterhabitate und gute Schlafgesellschaften in Spanien. Vielleicht sieht man sich Anfang März bei einer Exkursion mit Rotmilanexperten aus ganz Europa? Wir sind gespannt.

Das Rotmilan-Team aus Marburg

Herbstzug der Rotmilane, Stand 14.10.2018

Herbstzug der Rotmilane, Stand 14.10.2018

Der Herbstzug hat begonnen…

Der Herbstzug hat begonnen…

Wir alle merken es: die heißen Sommertage sind vorbei – der Herbst ist da. Unsere Rotmilane scheinen daher langsam kalte Füße zu bekommen. Die Ersten haben sich in den letzten Tagen auf den Weg gen Süden gemacht.

Unsere Olga startete aus dem Taunus bereits am 17.9., gut zwei Wochen früher als im letzten Jahr. Sie ist inzwischen in Frankreich, noch etwas nord-östlich von Dijon. Mal sehen, ob sie auch in diesem Jahr den Weg über die Pyrenäen scheut und den Winter im Südwesten Frankreichs verbringt.

Als zweites hat unser Friedolin aus dem Schwalm-Eder-Kreis am 21.9. die Reise angetreten. Er war auch im letzten Jahr einer der ersten von uns besenderten Milane, der den Weg gen Süden antrat. Seine letzten Positionen sendete er aus dem Hunsrück.

Seit gestern sind nun auch Ida, Nele und Theo unterwegs. Sie alle gehörten auch im letzten Jahr zu den Tieren, die früher als die übrigen, noch im September starteten.

Doch nicht nur unsere besenderten Alttiere sind auf Reisen, auch die meisten unserer Jungtiere zeigen deutliche Tendenzen Richtung möglicher Überwinterungsgebiete; allen voran unser Vollgut. Er/Sie flog bereits über den ganzen Spätsommer, unterbrochen von etlichen Zwischenstopps in verschiedenen Regionen, Richtung Südwesten. Am letzten Wochenende hat er/sie bereits die Pyrenäenetappe hinter sich gebracht und hält sich nun in Spanien, südöstlich von Bilbao auf. Auch sein Nestgeschwisterchen Very ist bereits unterwegs, jedoch erst kurz hinter der Deutsch-Französischen Grenze. Weiter ist da schon unser/e Edi, der/die sich aktuell etwa 100km westlich von Dijon rumtreibt.

Einen ganz anderen Weg scheint hingegen unser Bambini zu nehmen. Er/sie hält sich aktuell in der Schweiz, etwa 20km nordöstlich von Bern, auf. Die schweizer Kollegen berichten immer wieder, dass bei ihnen mittlerweile viele Rotmilane auch den Winter verbringen. Ob unser Bambini es sich hier auch bequem machen möchte, wissen wir natürlich nicht.

Damit bleibt unser besendertes Jungtier Urmel derzeit als einziges in Deutschland zurück. Er/sie hält sich aktuell im Raum Eisenach auf, wohin er/sie sich kurz nach dem Ausfliegen aus dem Horst begeben hatte.

Wir wünschen allen einen guten Flug und hoffen sie im nächsten Jahr wieder  hier in Hessen begrüßen zu dürfen.

 

Großer Besuch in Hessen

Großer Besuch in Hessen

Das Winterhalbjahr verbringen nahezu alle hessischen Rotmilane in Spanien. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass sie dort auch auf ihre großen Verwandten, die Geier, treffen In Spanien gibt es vielseitige Schutzbemühungen für etwa den relativ häufigen Gänsegeier (Gyps fulvus) oder für den majestätischen aber seltenen Mönchsgeier (Aegypius monachus). An sogenannten „food bonanzas“, also mit Aas bestückten Futterplätzen werden Geier gezielt gefüttert, da in der Landschaft die natürlichen Aasressourcen z.B. von Nutzvieh oder Wildtieren immer weniger werden. Auch die überwinternden Rotmilan wissen um diese Futterplätze und besuchen und nutzen diese gerne in größerer Zahl. Egal ob in den Pyrenäen oder der Extremadura.

Nun hat sich ein offenbar wilder Mönchsgeier auf den Weg gemacht und einen Besuch in Hessen abgestattet. Diese bisher einzigartige und gut dokumentierte Beobachtung gelang nun einem Team der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON e.V.). Bilder und weitere Informationen finden sich hier: www.hgon.de

Foto: Symbolbild eines Mönchsgeiers (© S. Rösner)

Hessischer Nachwuchs

Hessischer Nachwuchs

Auf Besuch im Kinderzimmer der Rotmilane

Wir möchten in den kommenden Jahren die Bewegungsmuster sowie die Todesursachen nestjung markierter Rotmilane erforschen. Für einen nachhaltigen Schutz dieser europäischer Greifvögel und deren Populationen ist die Kenntnis um die Verlust-Ursachen zukünftiger Brutvögel essentiell. Dazu kontrollieren wir derzeit die Horststandorte unserer bereits im vergangenen Jahr besenderten Alttiere bzw. deren Reviere und versuchen alle Jungtiere ebenfalls zu besendern. So erhoffen wir uns spannende Einblicke in das Familienleben, das Ausbreitungsverhalten der Jungtiere, deren Zugwege in Relation zu ihren Eltern oder Geschwistern u.v.m.

Kommen die Jungvögel für ihre erste Brut wieder zurück in den Kreis Marburg-Biedenkopf, oder an den Vogelsberg? Oder verpaaren sie sich in der Schweiz oder Frankreich? Diese Arbeiten und Untersuchungen laufen in Kooperation mit Dr. mag. Rainer Raab und Peter Spakovszky, www.tbraab.at

Derzeit klettern wir noch täglich in den Kronenbereichen der hessischen Wälder und können daher selten über den Fortgang unserer Arbeiten berichten. Daher hier nur ein Kurzvideo und ein paar Fotoimpressionen von den Arbeiten mit den Jungvögeln. 

zum Video

 

Gefieder-Detail. © pixeldiversity

Gefieder-Detail der Jungvögel. Wie kleine Kristalle sitzen die Dunenfedern noch auf dem frischen Großgefieder. © pixeldiversity

Greta hat eine würdige Nachfolgerin

Greta hat eine würdige Nachfolgerin

Greta und Ute

Leider ist Greta nicht aus dem Winterquartier zurück gekommen. Sie wurde Opfer des Straßenverkehrs in der Nähe einer Mülldeponie in Spanien (wir berichteten).

Ute kurz vor der Freilassung.

Ute kurz vor der Freilassung.

Natürlich haben wir uns aber im Frühjahr Gretas Horst und die Situation vor Ort (Raum Schlüchtern) angeschaut. Schnell war klar, dass Gretas Männchen offensichtlich eine neue Partnerin gefunden hat und die beiden im vorjährigen Horst zur Brut schreiten wollten. Bei der Kontrolle zum Bruterfolg konnten wir vor zwei Tagen zwei Jungtiere im Horst sehen. Faszinierend war die Beobachtung durch das Teleobjektiv, als das deutlich ältere Jungtier von einem größeren Fleischstück kleinste Stücke abzupfte und an das jüngere Geschwisterlichen verfütterte. Sehr rührende Beobachtung. Unseres Wissen wurde so etwas zumindest noch nicht oft beobachtet.

Da wir ein festes Versuchsdesign für die Auswertung der Bewegungsdaten haben, haben wir uns im Team dazu entschlossen, einen Fangversuch an Gretas Horst anzugehen. Wieder einen besenderten Altvogel in diesem Revier zu haben, wäre wertvoll für das Projekt.

Mausernder unter dem Horst. Wichtiges Material für unsere DNA-Analysen.

Mauserfeder unter dem Horst. Wichtiges Material für unsere DNA-Analysen.

Heute haben wir den Versuch gestartet und tatsächlich Gretas Nachfolgerin gefangen und mit einem neuen Sender ausgestattet, vermessen (1090g), beringt und wieder frei gelassen. Nach Theo war nunmehr dann das „U“ für Ute maßgeblich zur „Taufe“. Allzeit guten Flug, Ute. Und: Danke!