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Die Rückreise beginnt

Früher als erwartet treten unsere Milane ihre Heimreise an. Vor drei Tagen hat Piotrek sein Überwinterungsgebiet südlich von Leòn, Spanien, verlassen und ist seit dem auf nord-ost Kurs unterwegs. Burgos hat er bereits hinter sich gelassen, so dass er, gute Thermik vorausgesetzt, in den nächsten Tagen die Pyrenäen überqueren wird.

Auch Agathes Daten ließen gestern vermuten, dass sie sich auf den Heimweg macht. Tagszuvor war sie etwa 100 km in nord-östliche Richtung geflogen. Doch scheinbar hat sie es sich nochmal anders überlegt. Die heute übermittelten Daten zeigen, dass sie gestern wieder in ihr Winterrevier südlich von Badajoz an der portugiesisch-spanischen Grenze zurück gekeht ist. Wir sind gespannt wann sie erneut startet.

In den nächsten Wochen werden wir wieder verstärkt über den Heimzug unserer besenderten Milane berichten. Eine regelmäßig aktualisierte Karte zum Verfolgen der Zugewege wie während des Herbstzuges ist bereits in Planung und wird demnächst online gehen.

Frühstückslektüre mit Fritz

Frühstückslektüre mit Fritz

Die Oberhessische Presse hat im Rahmen ihrer Reihe „Forschung Marburg“ unseren Forschungsarbeiten zum Rotmilan eine ganze Sonderseite gewidmet. Bereits auf der Titelseite der heutigen Ausgabe wird auf die Berichterstattung über unser Projekt hingewiesen. Wir freuen uns natürlich sehr über diese Frühstückslektüre und das Interesse an unserem Forschungsprojekt. Da schmeckt der morgendliche Kaffee gleich nochmal so gut. 

Individual Reisende

Uns selbst macht es immer wieder große Freude unsere Milane virtuell auf ihrem Zugweg zu begleiten. Es ist spannend zu sehen wie ähnlich die Zugrouten verlaufen und sich Korridore an Engstellen, wie zum Beispiel den Pyrenäen, abzeichnen. Und trotzdem gibt es auch immer wieder große individuelle Unterschiede.

Unsere Laia scheint es auf ihrer Reise überhaupt nicht eilig zu haben. Aktuell hält sie sich etwa 70 Kilometer nordwestlich von Dijon auf. Bereits vor 18 Tagen aufgebrochen, hat sie seit dem etwa 880 Kilometer zurückgelegt. Dabei hat sie mehrere ein- bis dreitägige Pausen einlegt, so dass sie sich im Schnitt nur etwas weniger als 50 Kilometer am Tag von ihrem Bruthabitat entfernt hat.

Ganz im Gegensatz zu unserer Agathe, die offenbar besonders schnell im  warmen Spanien ankommen möchte und sich zuletzt etwa 100 Kilometer östlich von Bordeaux meldete. Erst vor sechs Tagen gestartet, hat sie bereits mehr als 900 km zurück gelegt. Das entspricht mehr als 150 geflogene Kilometer pro Tag und somit dem Dreifachen der täglichen Flugleistung von Laia.

Mittlerweile sind 15 unserer Tiere in Spanien angekommen und Nummer 16, Olga, hat es sich im Südwesten Frankreichs gemütlich gemacht. Nur Selma hat ihr hessisches Brutgebiet noch immer nicht verlassen und hält sich überwiegend in einem etwa ein Quadratkilometer großen Gebiet auf.

Nutzen Sie unsere regelmäßig aktualisierte Karte und verfolgen Sie selbst unsere Rotmilane auf ihrem Weg nach Süden.

Nur Selma noch zu Hause

Nur Selma noch zu Hause

Während einige unserer Milane schon die eine oder andere Woche in Spanien verbracht haben, macht Selma noch immer keine Anstalten ihr Bruthabitat in der Nähe von Jesberg verlassen zu wollen. Agathe und Emil haben sich hingegen gestern nun auch ihre Reise in den Süden begeben.

Agathe haben wir am letzten Wochenende noch beobachten können, wie sie sich aufgespielt hat, als 15 andere Rotmilane durch ihr Revier gezogen sind. Nun hat sie wohl doch kalte Füße bekommen und sich heute Vormittag nordwestlich von Kaiserslautern gemeldet.

Emil meldete sich heute früh aus der Nähe von Bad Kreuznach. Bei seinem Sender gibt es leider technische Probleme. Der Akkustand ist so gering, dass wir von ihm aktuell nur noch ein bis drei Positionen pro Tag bekommen. Anhand der vom Sender übermittelten technischen Daten lässt sich feststellen, dass die Solarpanele zu wenig Energie liefert um den Akku wieder aufzuladen. Die Ursache dafür lässt sich leider nicht mit Sicherheit benennen. Wir haben ihn in den letzten Wochen mehrfach besucht und können mit Bestimmtheit sagen, dass es ihm gut geht. Emil ist fit und agil. Alle Schwung- und Schwanzfedern sind schön durchgemausert. Er hatte sich im Herbst einer größeren Schlaflplatzgemeinschaft in der Nähe seines Brutbaumes angeschlossen und über Wochen jeden Morgen das gleiche Feld zur Nahrungssuche aufgesucht.

Die Zugwege all unserer Vögel können Sie auch auf unserer immer wieder aktualisierten Karte zum Herbstzug 2017 mitverfolgen.

 

Laia und Conny nun auch unterwegs.

Noch vor zwei Tagen schien Laia sehr unentschlossen, ob sie die weite Reise in den Süden wirklich wagen sollte. Mittlerweile scheint jegliche Unentschlossenheit „verflogen“. Mit strengem Kurs Richtung Südwesten hat sie inzwischen beinahe die französische Grenze erreicht.

Auch Conny verließ gestern Nachmittag ihr Brutrevier. Etwa einen Monat später als Friedolin und Mia verbrachte nun auch sie eine Nacht westlich von Worms und setzte heute morgen ihren Weg nach Süden fort.

Beeindruckend ist der Zugweg von unserem Karl. Erst vor 12 Tagen ist er aus seinem Revier im Landkreis Fulda gestartet und hat bereits heute Mittag die in Luftlinie etwa 1.200 km entfernten, nördlichen Pyrenäen erreicht. Wenn das Wetter vor Ort mitspielt ist nicht auszuschließen, dass er diese auch heute noch überqueren wird.

Olga hingegen zeigt keinerlei Anstalten das Bergmassiv überqueren zu wollen. Stattdessen scheint sie es sich im Südwesten Frankreich bequem zu machen. Schon 10 Tagen hält sie sich in einem etwa 6 qm großen Gebiet 40 Kilometer südwestlich von Toulouse auf und zeigt derzeit keine Anzeichen weiterziehen zu wollen.